Die Energie der Lücke

leere SprechblaseWo immer es Menschen gibt, da klafft sie auf: die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Mal größer, mal kleiner, und meistens ganz unbewusst. So setzen wir uns zum Beispiel gerne für Menschenrechte ein. Aber wenn dann an der nächsten Ecke das nächste Schnäppchen lauert, dann ist das Haben-Wollen sehr gerne sehr viel stärker als die Frage danach, ob das Schnäppchen unter Wahrung der Menschenrechte produziert worden ist.

Diese Lücke zwischen unserem moralischen Anspruch und unserem tatsächlichen Handeln, das dem Anspruch widerspricht - diese Lücke hat ihre ganz eigene Energie. Und weil jede Energie sich in erster Linie selbst erhalten will, wird das Schließen der Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit gerne in das viel geschmähte Buch mit den sieben Siegeln verbannt. Trotzdem ereilt uns schon allein beim flüchtigen Gedanken an die eine oder andere Lücke ein Anflug von Unbehagen.

Unbehagen als Anstoß

Dieses Unbehagen können wir nutzen, um zu mehr Zufriedenheit zu gelangen. Schließlich verdanken wir ihm, dass wir uns unserer Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit bewusst werden. Und diese Bewusst-Werdung ist der erste Schritt zu mehr Zufriedenheit, wenn wir diesem ersten Schritt auch die weiteren Schritte folgen lassen. Dann stellt sich im zweiten Schritt die Frage, wie realistisch der jeweils eigene Anspruch an uns selbst ist.

Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass er real umsetzbar ist, dann führt uns das Unbehagen idealerweise im dritten Schritt zu der festen Überzeugung, dass der eigene Anspruch es wert ist, sich für seine wahrhaftige Umsetzung ins Zeug zu legen. Aus dieser Überzeugung erwächst im vierten Schritt der feste Glaube daran, dass es machbar ist, die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu schließen. Aus diesem Glauben erwächst im fünften Schritt der starke Wille, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden.

Starker Wille für die Energie der Wahrhaftigkeit

Aus diesem starken Willen mobilisieren wir im sechsten Schritt die Energie, um in der nächsten Situation, in der die Lücke wieder vor uns auftaucht, ein geändertes, neues Verhalten zu etablieren. Zum Beispiel indem wir beim nächsten unwiderstehlichen Schnäppchen zuerst das Hirn einschalten und fragen, wie realistisch es ist, dass dieses Schnäppchen unter Wahrung der Menschenrechte produziert worden ist.

Wenn dieser Realitäts-Check zur Basis einer Kauf-Entscheidung wird, durch die wir unsere Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein wenig weiter schließen können, dann erleben wir im siebten Schritt das Ankommen in der Energie der Wahrhaftigkeit. Die Energie der Wahrhaftigkeit ist die Energie, die wir brauchen, um in sicherem Selbstwert-Gefühl das eigene, innere Glück zu gestalten, das uns niemand nehmen kann.

Wandlung zur Zufriedenheit

Die Wandlung, bei der wir von der Energie der Lücke durch geändertes Verhalten in die Energie der Wahrhaftigkeit kommen, durch die sich die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein Stückchen weiter schließt, diese Wandlung ist ein Quell tiefer Zufriedenheit. Und Wandlungen tun uns immer gut; nicht nur bei Kauf-Entscheidungen, sondern immer, wenn wir dadurch unserer inneren Wahrhaftigkeit ein Stück näher kommen, was in Form von Authentizität zum Ausdruck kommt.

Dass sich am Ende jede Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit schließt, ist so unrealistisch wie das Schlaraffenland zum Nulltarif. Darum kann das auch gar nicht das Ziel sein. Wenn wir einen Anflug von Unbehagen nutzen, um vom verschmähten Buch mit sieben Siegeln zum gegangenen Weg in sieben Schritten von der Energie der Lücke in die Energie der Wahrhaftigkeit zu gelangen, dann haben Lücke und Unbehagen ihren Sinn erfüllt.

Die Entdeckung

Und das ist am Ende nichts geringeres als gelebte Spiritualität. Gelebte Spiritualität, die aus Erfahrung weiß, wie der Glaube durch die Umsetzung in persönliches Handeln zu Wahrhaftigkeit führt und damit letztendlich auch zum Entdecken unseres Wahren Ichs

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