Innere Sicherheit

Es ist da. Dieses sichere, unsichere Gefühl, dass unsere Welt aus den Fugen gerät. Wir haben ihn oft gesagt, diesen Satz: es gibt keine absolute Sicherheit. Doch meistens haben wir ihn eher gemeint wie eine Formel, von der wir zwar wissen, dass sie stimmt, die für unser persönliches Leben aber dennoch keine Bedeutung hat. Weil wir keine persönliche Erfahrung gemacht hatten, die diese Formel belegt, dass es keine absolute Sicherheit gibt.

Doch jetzt liegt der formelhafte Satz sehr klar auf der Hand und bekommt für viele viele von uns eine klare, persönliche Bedeutung. Es gibt keine absolute Sicherheit. Wie arrangieren wir uns mit dieser neuerdings persönlich werdenden Gewissheit über die Ungewissheit? Versicherungen gibt es für die neu auftauchenden Gefahren genauso wenig wie Patent-Rezepte. Es gibt eben absolut nichts, was wir tun können, um uns vor Terror-Angriffen oder Amok-Läufen zu schützen. Nichts.

Innere Ruhe für die innere Sicherheit

Und doch gibt es etwas, was wir tun können: unsere Freude am Leben schützen. Dafür müssen wir nur aufhören, nach Sicherheiten im Außen zu suchen. Solange wir von unserer Umwelt erwarten, dass sie uns die Sicherheit bietet, die wir uns wünschen, sind wir vollkommen abhängig von allem, was jederzeit von außen auf uns zukommt. Sei es angenehm oder übel. Und dieses Wissen nimmt uns jede Sicherheit.

Doch wenn wir tief in uns selbst hineinspüren, jeder für sich selbst, dann entdecken wir früher oder später unseren persönlichen Punkt tiefster Ruhe. Wer diesen Punkt tiefster Ruhe schon gespürt und erlebt hat, weiß, was für eine Sicherheit dieser Punkt uns gibt. Wenn wir in uns selbst ruhen, sind wir eins mit uns und der Welt. Dann spüren wir die Sicherheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Egal, was passiert.

Vertrauen in uns selbst

Auch das Gefühl dieser inneren Sicherheit kann erschüttert werden. Natürlich. Aber solange wir es in uns finden und erleben, können wir es genießen und nutzen, um unsere Freude am Leben zu kultivieren. Es wappnet uns und stärkt unser Vertrauen zu uns selbst, dass wir mit allem, was auf uns zukommt, schon irgendwie fertig werden. Auch wenn es mal verdammt schwer werden sollte.

Unsere Herausforderungen kommen so oder so auf uns zu. Wir können uns davor fürchten und uns auch die guten Zeiten schon mit dieser Furcht madig machen. Wir können die guten Zeiten aber auch nutzen um unsere innere Ruhe zu kultivieren, die zu innerer Sicherheit führt. Das ist die beste Voraussetzung dafür, auch die Herausforderungen zu meistern, auf die wir gut und gerne verzichten könnten.

Echte Sicherheit

Was uns passiert, passiert. Ob wir wollen oder nicht. Wichtig ist, dass wir tief in uns drin die Gewissheit spüren, mit allem fertig werden zu können, was auch immer uns passieren mag. Wenn diese Gewissheit von Wahrhaftigkeit getragen ist, finden wir in uns selbst eine echte Sicherheit, die uns nichts und niemand nehmen kann. Und diese Sicherheit macht uns innerlich frei. Frei, zu sein wie wir sind und wie wir leben wollen.