Vom großen Zampano

Der Mond fällt in einen Basketball-KorbEs ist wirklich erstaunlich, wie viel Respekt wir zur Zeit vor dem haben, was wir weder sehen, hören, spüren, schmecken noch riechen können. Wir halten Abstand, werden zu Gedulds-Profis in Warteschlangen, sind unendlich lernfähig und kreativ. Und das alles aus lauter Respekt vor dem, was für uns eigentlich vollkommen unfassbar ist, weil wir es weder sehen, hören, spüren, schmecken noch riechen können.

Dieses Unfassbare führt uns vor Augen, dass wir nicht die großen Zampanos sind, für die wir uns eigentlich gerne halten. Wir fühlen uns klein und unendlich verletzlich angesichts der lebensbedrohenden Pandemie, die von einem Virus ausgelöst wurde, das so unfassbar klein ist und doch diese unfassbar riesigen Auswirkungen hat auf unser Leben.

Das Unfassbare ernst nehmen

Das Virus zeigt uns, dass es in unseren Sphären Kräfte gibt, die viel viel größer und wirkungsvoller sind als wir. Was auch immer diese Kräfte ausmacht, wie auch immer sie von wem benannt werden - diese Kräfte zeigen uns in aller Deutlichkeit, dass sie da sind. Sie erinnern uns daran, dass es vieles gibt, was da ist, auch wenn wir es weder sehen, hören, spüren, schmecken oder riechen können.

Vielleicht öffnen sich unsere Sinne dadurch auch mal wieder für all die anderen Dinge und Energien, die wir weder sehen, hören, spüren, schmecken oder riechen können und die trotzdem da sind. Vielleicht fangen wir jetzt auch wieder an, diese scheinbar unfassbaren Dinge ernst zu nehmen. Vielleicht merken wir jetzt auch, dass es Sinn machen könnte, mal genauer hin zu schauen, wo wir diesen Kräften immer wieder begegnen, und was sie immer wieder mit uns machen.

Vom Verlieben bis zum Bitten um Hilfe

Wenn wir uns zum Beispiel verlieben, genießen wir es, wie dieses schöne Gefühl einfach von uns Besitz ergreift und uns Dinge tun lässt, von denen wir nie gedacht hätten, dass wir sie jemals tun würden. In einem anderen Moment fühlen wir uns persönlich derartig bedroht, dass wir uns einen großen Gott herbeiwünschen, zu dem wir beten und den wir um Hilfe bitten können. Und allein dieses Herbei-Wünschen einer höheren Macht, die wir um Hilfe bitten können, gibt uns einen gewissen Halt.

Rund um diese beiden Extreme passieren die sogenannten großen "Zufälle", durch die unserem Leben die erstaunlichsten Wandlungen zufallen. Wandlungen, die uns ungeahnte Horizonte entdecken lassen. Oder wir erleben in kleinen Alltags-Geschichten, wie sich wie von ganz allein eins ins andere fügt, sobald wir einfach voll und ganz in unserem Energetischen Flow aufgehen und in stiller Zufriedenheit in uns selbst ruhen, während wir unsere Aufgaben erfüllen.

Vom großen Zampano zum Menschen, der mit offenen Sinnen durch's Leben geht

In all diesen großen und kleinen Begebenheiten machen wir eigentlich immer wieder die Erfahrung, dass wir nicht die großen Zampanos sind, für die wir uns gerne halten. Wir sind Menschen, die immer wieder erleben, dass es da noch etwas gibt, was viel viel größer ist als wir. Etwas, das wir immer wieder spüren, wenn wir mit offenen Sinnen durch unser Leben gehen.

Vielleicht merken wir jetzt, dass das, was so unfassbar und so viel größer ist als wir, es eigentlich richtig gut mit uns meint. Wir müssten es nur genauso ernst nehmen, wie das unfassbar kleine Virus und seine riesigen Auswirkungen auf unser Leben. Und wir müssten es mal von einer anderen Warte aus betrachten, als aus der des großen Zampano.