Was ist schon richtig?

leere Sprechblase"Warum passiert so etwas immer wieder mir?! Ich mache doch immer alles so, wie es richtig ist! Ich esse nur vegetarisch, bin immer nur positiv und mache auch sonst alles ... und trotzdem bin ich am Ende nicht glücklich." Ich weiß nicht, wie oft ich Sätze wie diese schon in wie vielen Variationen und Facetten gehört habe. Diese Sätze spiegeln eine Grundüberzeugung westlicher Denkart: halte Dich an die Regeln, mache immer alles richtig, und Du bekommst, was Du willst, und das macht Dich glücklich.

Nun haben wir alle sicher schon zig-fach die Erfahrung gemacht, dass diese Denkart in aller Regel gar nicht funktioniert. Denn es ist nun mal nicht das Einhalten von Regeln, das uns glücklich macht und uns beschert, was wir wollen. Es macht uns auch nicht glücklich, uns ein Idealbild von uns selbst zu zimmern, von dem wir glauben, dass es uns zu einem besseren Menschen macht, um uns dann selbst in dieses Bild hineinzupressen, ob es nun zu uns passt oder nicht, bloß weil wir meinen, damit irgendwelchen gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen zu müssen.

Zur Wahrheit gehört auch das Schwankende

So kitschig es klingen mag - was uns wirklich glücklich macht ist, wenn wir unserem Herzen folgen. Wenn wir uns so akzeptieren, wie wir wirklich sind, und wenn wir das, was wir tun, mit Liebe tun. Wenn wir Dinge tun, die uns in unserem tiefsten Herzen berühren, die uns begeistern und für die wir wirklich brennen, dann erleben wir tiefes, echtes Glück. Und dafür gibt es weder Regeln noch Normen.

Für dieses Glück müssen wir unsere Gefühle so ernst nehmen, wie sie sind, in ihrer Gesamtheit aus allen Schwankungen, mit allen Ups and Downs, mit allem Rätselhaften und allen Unzulänglichkeiten, die uns dazu herausfordern, früher oder später über uns selbst hinauszuwachsen. Vor allem müssen wir in uns selbst hineinfühlen und dem folgen, was wir wirklich empfinden und lieben.

Lieben, was wir leben

Wenn es darum geht, dem eigenen Herzen zu folgen, dann geht es nicht um richtig oder falsch. Dann geht es in erster Linie um die Frage, ob wir das, was wir spüren, von Herzen ernst nehmen, oder ob wir es vorziehen, uns selbst was vorzumachen und zu belügen. Wahres Glück und wahre Liebe finden wir nicht in der Energie des Vortäuschens oder der Lüge, auch nicht dadurch, dass wir meinen immer alles richtig zu machen. Wahre Liebe finden wir dadurch, dass wir wahrhaftig lieben, was wir leben. Und das ist es, was uns die schönsten Glücksmomente beschert.