Was wir so alles mit-essen

In unserer Gesellschaft geht es immer aggressiver, immer brutaler zu. Alle Welt wundert sich darüber. Alle Welt fragt sich, woran das wohl liegen mag. Alle Welt sieht die Schuld dafür gewohnheitsmäßig bei den Anderen, wer auch immer die Anderen gerade sein mögen. Und niemand scheint sein Augenmerk dabei auf unsere Nahrung werfen zu wollen, die mit Sicherheit einer der Gründe aus dem ganzen Bündel von Gründen für die Zunahme an Gewalt und Aggression in unserer Gesellschaft ist.

Dabei wird unsere Nahrung heutzutage, ganz besonders die tierische, unter Bedingungen erzeugt, die in erster Linie von Aggression und Gewalt geprägt ist. Wer sich glückliche Kühe vorstellt, sieht garantiert keinen Stall voller Massentierhaltung vor sich. Warum auch? Glücklich ist das Wesen, das unter glücklichen Bedingungen leben darf. Das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen.

Respekt für uns, für die Anderen ...

Doch während wir für uns Menschen voller Selbstverständlichkeit ein aggressions- und gewaltfreies Leben einfordern, quellen die Fleischtheken, Milchprodukt- und Wurst-Regale über mit Nahrungsmitteln, in denen die geballte Energie von Aggression und Gewalt gespeichert ist. Denn nichts Anderes ist die Energie, die die Tiere in der Massentierhaltung tagein tagaus leben und speichern in ihrer kurzen Lebenszeit, in der sie noch nicht einmal das ihrer Art entsprechende Erwachsenen-Alter erreichen. Weil sie vorher geschlachtet werden oder weil sie vorher krank verenden.

Kühe zum Beispiel werden in der Massentierhaltung tagein tagaus mit dem gleichen trockenen Kraftfutter gemästet, obwohl sie sich natürlicherweise nur von saftigem Gras, Blättern und Heu ernähren. Schweine werden auf engstem Raum zusammengepfercht, manchmal sogar komplett fixiert, damit sie sich in der Aggression der qualvollen Enge nicht gegenseitig Schwänze und Ohren abbeißen. Küken werden schon kurz nach dem Schlüpfen massenweise auf Fließbänder gekippt, von denen die männlichen Nachkommen gleich als Abfall aussortiert und geschreddert werden, weil ihre Haltung wirtschaftlich keinen Sinn macht. Fische werden Flosse an Flosse vor sich hin wabernd in Massen-Aquakulturen mit einem Mix aus Fischabfällen, Antibiotika und anderen Medikamenten gemästet.

Das alles essen wir mit

Wir alle wissen, dass diese Liste der Grausamkeiten, die Tieren in der Massentierhaltung angetan werden, noch viel viel länger, von noch mehr Aggression und Gewalt geprägt ist. Wer auch nur ein bisschen logisch denken kann, muss von ganz allein darauf kommen, dass wir diese lebensverachtende, gewalttätige, aggressive Energie mitessen, sobald wir uns von Fisch-, Fleisch- oder Milchprodukten ernähren, die unter diesen lebensverachtenden Umständen erzeugt wurden.

Ein totaler Stopp der Massentierhaltung wird sicher nicht das gesamtgesellschaftliche Problem von immer mehr Aggression und Gewalt auf unseren Straßen lösen. Er könnte aber ein guter Anfang sein. Es könnte vor allem ein guter Anfang sein, mal darüber nachzudenken, welchen Sinn der Respekt vor dem Leben an sich hat. Denn wir alle sind Teil des Lebens. Genauso wie Tiere und Pflanzen. Auch die, von denen wir uns nähren.

Die Krone der Schöpfung

Je respektloser, gewalttätiger und je aggressiver die Energie ist, mit der wir auf unsere eigene Nahrungskette einwirken, umso mehr ist die Energie, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen, von Respektlosigkeit, Aggression und Gewalt geprägt. Wer sich als Krone der Schöpfung wähnt, sollte diesen einfachen Zusammenhang eigentlich zur Grundlage eines respektvollen Umgangs mit allem Leben nehmen und aufhören sich darüber zu wundern, wo all die Aggression und Gewalt plötzlich herkommen.