Wollen allein genügt nicht

leere Sprechblase"Du musst es nur richtig wollen, dann schaffst Du alles!" Wer hat ihn noch nicht gehört, diesen Satz, der immer wieder herhalten muss als Patent-Rezept zum Erreichen von Zielen. Für Einige von uns hat dieses "nur richtig wollen" auch tatsächlich schon zum Ziel geführt. Für Andere nicht. Weil sie nicht wirklich richtig wollten, wird da gerne geglaubt. Und auch das stimmt für Einige und für Andere nicht.

Denn Patent-Rezepte gibt es genauso wenig wie Garantien für Erfolg. Was für den Einen stimmt und auf direktem Wege funktioniert, muss für den Anderen noch lange nicht so funktionieren. Weil jeder von uns eine andere Biografie mit eigener Prägung hat. Und wenn wir ein Ziel nicht erreichen, obwohl wir es wirklich richtig doll wollen, dann nützt es nichts, immer mehr zu wollen, zu wollen, und noch mal zu wollen. Wenn etwas partout nicht klappen will, dann lohnt es sich zu fragen, was dem "Klappen" denn im Wege liegt.

Das Unbewusste ins Bewusste auftauchen lassen

Manchmal erreichen wir Ziele nicht, weil sie unrealistisch sind, manchmal liegt die Ursache in einem tief verdrängten, handfesten Trauma. Meistens liegt die Ursache des Nicht-Erreichens eines Ziels irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Um sie aufzuspüren, müssen wir tief eintauchen in unsere echten Gefühle, in unsere eigene, individuelle Biografie und Prägung, in die Tiefen unseres Unterbewusstseins und schauen, welche unbewussten Grenzen dadurch im Bewusstsein erfahrbar werden. Denn das ist letztendlich der Sinn der Situation, wenn wir etwas ganz doll wollen und trotzdem nicht erreichen:

Wir lernen unsere unbewussten Grenzen und Konditionierungen kennen, die sich durch Erfahrungen und Prägung tief in unserem Unterbewusstsein gebildet haben und uns von dort aus steuern. Dadurch, dass wir an diese Grenzen geraten, ergibt sich die Chance, sie ins Bewusstsein zu heben, sie zu bewältigen und dann auch aufzulösen. Dabei helfen weder Standard-Sätze, noch endlos wiederholte Selbstbeschwörungs-Formeln, noch sonst etwas, was vorgibt ein Patent-Rezept zu sein. Das einzige, was wirklich hilft, ist ein ehrliches, konsequentes Hinschauen und Einlassen auf die persönlichen, meist hoch emotionalen Ursachen unbewusster Grenzen, die uns davon abhalten, ein gewolltes Ziel zu erreichen.

Nur wer an seine Grenzen stößt ...

Wenn wir auf äußere Grenzen stoßen, resultieren diese aus Grenzen, die sich durch Prägung und Erfahrung in unserem Unbewussten etabliert haben. Und die tragen wir alle mit uns herum. Jeder auf seine eigene Weise, verflochten mit dem jeweils eigenen Lebensweg. Von daher ist es höchst sinnvoll, sich auf Sinn und emotionale Ladung der jeweils auftauchenden Grenzen voll einzulassen. Es ist die große Chance, uns aus erlernten, unbewussten Grenzen zu befreien, über uns selbst hinaus zu wachsen.

Manchmal erreichen wir dadurch endlich unser lang ersehntes Ziel, manchmal stellen wir dadurch fest, dass wir aus tiefstem Herzen ganz andere Ziele erreichen wollen. Und wenn wir vor dem Erreichen dieser Ziele dann wieder an Grenzen stoßen, verfügen wir auf jeden Fall schon über die Erfahrung, Grenzen für unser Fortkommen zu nutzen. Und nur wer an seine persönlichen Grenzen stößt, kann über sich selbst hinaus wachsen. Vorausgesetzt natürlich, es wird aus tiefstem Herzen wirklich gewollt.