Das perfekte Leben 2.0

Die Milchstraße und ein Mensch, der sie bewundertAlles läuft immer genau nach Plan. Von morgens bis abends bewahren wir die Ruhe. Unser Leben folgt unseren Erwartungen, nichts gibt Grund zu Sorgen, Angst oder Ärger. Jeder Traum geht reibungslos in Erfüllung – Klingt das für Sie paradiesisch, wie das perfekte Leben? Würden Sie ein solches Leben gerne im Kino anschauen wollen? Aber in Ihrer eigenen Realität durchaus?

In unserem Unbewussten geistern Vorstellungen von Paradies und Perfektion herum, die nichts anderes darstellen, als den Zustand des totalen Stillstandes. Eines Stillstandes, in dem es keinen Platz gibt für das Leben. Keinen Platz für Überraschungen, für Entwicklungen, für Krisen, keinen Platz für geplatzte Träume, die sich im Nachhinein als Glücksfall erweisen, keinen Platz für unerwartete Wendungen in unerwartete Richtungen.

Der Impulsgeber für das Lebendige

All das, wofür es im Stillstand keinen Platz gibt, ist das, was das wahre Leben ausmacht. Das wahre Leben pulsiert zwischen zwei Polen, die wir gemeinhin als positiv und negativ bezeichnen. Es sind die zwei Pole, in denen der Dualismus zum Tragen kommt, der unser gesamtes Leben definiert. Es ist der Dualismus, der unser kleines, individuelles Leben genauso bestimmt wie die Existenz des gesamten Universums. Und Dualismus heißt nun mal, dass das eine nur durch sein Gegenteil existiert und wahrnehmbar ist.

Ohne Dunkelheit kein Licht, ohne hunger kein satt, ohne Unzufriedenheit keine Zufriedenheit. Der Dualismus ist der Impulsgeber, der uns treibt zu essen, wenn wir Hunger haben, neue Kraft im Schlaf zu tanken, wenn durch die Nacht alles zur Ruhe kommt. Genauso brauchen wir unsere gelegentlichen Unzufriedenheiten als Anstoß, liegen gebliebene Konflikte zu lösen um inneren Frieden zu finden. Wir brauchen Langeweile als Impulsgeber, um unser Leben zu reflektieren und neue Visionen zu entwickeln. Wir brauchen sogar die sogenannten negativen Gefühle wie Hass, Unruhe, Neid. Ohne sie wüssten wir niemals, wie schön sich Liebe, Frieden und das Loslassen von geplatzten Träumen und Egoismen anfühlen.

Wenn alles dabei ist: ein ziemlich perfektes Leben

Wenn wir uns vornehmen wollen, alles, was als negativ gilt, aus unserem Leben zu verbannen, können wir uns genauso gut vornehmen, die Nächte aus der Welt zu verbannen, das Fließen der Energie zwischen plus und minus oder das Naturgesetz der Dualität aus dem Universum. Was wir gerne mal als negativ ablehnen, ist nichts Geringeres als der notwendige Impuls, der uns lebendig hält. Es ist der Grund-Impuls der Evolution. Stellen Sie sich mal vor, es gäbe ihn nicht.

Wenn wir also irgendwann in hohem Alter mal zurückblicken auf unser Leben und feststellen, dass es voller Höhen und Tiefen war, dass uns das Leben vor etliche Herausforderungen gestellt hat, wenn wir feststellen, dass wir zwischen Liebe und Hass, zwischen Lachen und Weinen eine unerschöpfliche Bandbreite von Gefühlen erlebt haben, wenn wir realisieren, was wir alles wodurch gelernt haben, dass wir Wandlungen vollzogen haben, von denen wir manchmal dachten, wir schaffen es nie, und haben es schließlich doch geschafft glücklich zu sein – dann, ja dann haben wir unterm Strich ein ziemlich perfektes Leben gelebt, das voller Leben steckte.

Einfach drauf los leben für die Perfektion

Und für dieses perfekte Leben müssen wir einfach nur drauf los leben und lernen, dass alles, was schief geht und was wir als negativ empfinden, ein notwendiger Impuls ist, durch den unser Leben überhaupt nur lebendig ist. Jeder Anflug eines sogenannten negativen Gefühls gibt uns einen notwendigen Schubs nach vorn.

Also wenn es mit dem „Liebelein“ und dem Zufrieden-Sein nicht gleich auf Anhieb klappt, ärgern Sie sich ruhig darüber. Greifen Sie dieses Ärgern auf als das, was es tatsächlich ist: der notwendige Impuls, der uns anspornt, mehr Wahrhaftigkeit und mehr Energie in unseren Weg zu mehr Zufriedenheit zu investieren. Damit leben wir in Harmonie mit dem Naturgesetz der Dualität, die alles Leben in diesem Universum ausmacht.

Ob mit oder ohne Film – Hauptsache in Frieden

Ob unser Leben dadurch am Ende filmreif ist oder nicht, liegt im Empfinden der Erlebenden. Hauptsache, wir leben und genießen es mit allen Aspekten unserer Wahrnehmung. Hauptsache, wir sind mit uns im Reinen. Hauptsache, wir finden Frieden mit den Herausforderungen und Impulsen unseres individuellen Schicksals. Dann erleben wir das perfekte Leben wie ein Paradies auf Erden.

Beitragsphoto von Free-Photos auf Pixabay