Handlungsfähig bleiben

Land in Sicht für den Passagier einer Fähre.

Das bedeutet auch, dass wir uns jetzt all dem stellen müssen, was uns emotional bewegt. Auch davor gibt es kein Weglaufen. Das ist in der einen oder anderen Situation ganz bestimmt schwierig. Und doch zeigt es uns in aller Klarheit, dass wir im Umgang mit allem, was uns belastet, immer zwei Möglichkeiten haben:

Was wir tatsächlich ändern können

Wir können die Umstände, die uns belasten, ändern. Oder wir können unsere Einstellung ändern, die wir zu den Umständen haben, die uns belasten. Wenn wir die äußeren Umstände nicht ändern können, bleibt uns nur die Option zu ändern, was wir tatsächlich ändern können: unsere Einstellung zu ebendiesen Umständen. Und das gelingt vielen zur Zeit viel besser, als sie es sich selbst zugetraut hätten.

Andere spüren berechtigte Sorgen, zum Beispiel um erkrankte Angehörige, oder die Angst vor einem möglichen sozialen Absturz. Auch im Umgang mit diesen Gefühlen haben wir die erwähnten zwei Möglichkeiten. Wir können uns in unsere Sorgen und Ängste hineinsteigern und uns in ein endloses Hadern mit dem winzig kleinen Corona Virus und all seinen Konsequenzen begeben. Damit manövrieren wir uns in eine innere Starre hinein, die uns blockiert bis wir schließlich außer Stande sind zu handeln.

Handlungs-Optionen eröffnen

Oder wir finden in uns selbst eine neue Einstellung zu unseren Ängsten und anderen Gefühlen, die wir ohnehin nur akzeptieren können. Was uns wirklich hilft, ist eine Veränderung, durch die wir eine Einstellung finden, die uns wieder guten Mutes nach vorn schauen lässt. Diese Einstellung finden wir natürlich nicht durch das Anwenden eines Patent-Rezepts, sondern nur ganz individuell entsprechend zu jedem Einzel-Schicksal.

Neue Handlungs-Optionen eröffnen wir uns nur, wenn wir in uns selbst eine Einstellung finden, durch die wir wieder guten Mutes nach vorn schauen können. Erst dann können wir unser Schicksal in die Hand nehmen und zum Beispiel aufgebrochene Konflikte endlich lösen. Wir können uns auch der Frage stellen, was uns wirklich ausmacht, abseits von Beruf und Status.

Was uns wirklich auszeichnet

Welche Stärken zeichnen uns wirklich aus, mit denen wir zum Beispiel erkrankte Angehörige jetzt wie unterstützen können? Wie finden wir jetzt das Vertrauen in uns selbst, dass wir mit den Herausforderungen fertig werden, die auf uns zukommen, auch wenn wir keine Ahnung haben, was wann in welcher Form auf uns zukommen wird?

Das Suchen und Finden von Antworten auf Fragen wie diese bringt uns mit Sicherheit weiter als das Hadern mit den Umständen und das Hineinsteigern in Sorgen und Ängste, mögen sie auch noch so berechtigt sein. Wir haben eine Wahl. Nutzen wir sie. Um so gestärkter kommen wir aus allen Krisen wieder heraus.

Beitrags-Photo von Şahin Sezer Dinçer auf Pixabay