Das Virus, das Internet und die Verletzbarkeit

Programmiercodes auf dem Bildschirm, die wohl von Hackern stammen

Immer nachlässiger werden wir mit den Corona-Regeln. Wir sind all der Einschränkungen einfach müde. Und ja, wir wollen unsere Intelligenz endlich mal wieder für etwas anderes nutzen, als immer nur um ein winzig kleines Virus zu kreisen, das uns auf so brutale Weise gezeigt hat, wie verletzbar wir sind.

Genauso verletzbar sind wir auch auf einem ganz anderen Gebiet: in unserer Infrastruktur, die mittlerweile fast vollständig abhängig ist vom Funktionieren – des Internets. Aus sehr gutem Grund heißt eine der schlimmsten Bedrohungen dieses Internets genauso wie der Auslöser der Pandemie, die uns gerade das Leben schwer macht: Virus.

Lahmgelegte Infrastruktur, Hacker-Angriffe auf selbstfahrende Autos

Gezielte Hacker-Angriffe mit Viren, Würmern, Trojanern und Co. haben schon ganze Krankenhäuser, Kraftwerke und sogar den Bundestag lahm gelegt. Aktuell träumt die Welt von selbst fahrenden Autos und Künstlicher Intelligenz, die uns das Leben leichter machen sollen. Es heißt, dass wir das alles unbedingt brauchen, um technologisch und damit wirtschaftlich nicht ins Hintertreffen zu gelangen.

Brauchen wir das wirklich? Vor allen Dingen: wollen wir das wirklich? Beweise dafür, wie verletzbar wir uns in einem selbstfahrenden Auto machen, gibt es genug. Beweise dafür, dass es im Internet keine absolute Sicherheit gibt, gibt es auch genug. Hinzu kommt, dass für diese modernen Anwendungen das sogenannte 5G Netz gebraucht wird. Für dieses 5G Netz werden viel mehr Sendemasten gebraucht als bisher. Wollen Sie einen davon genau vor Ihrer Haustür stehen haben? Die Strahlenbelastung jedes Einzelnen wird immens steigen. Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit wurden noch nicht einmal wirklich untersucht.

Was verstehen wir eigentlich unter Lebensstandard?

Wollen wir das alles wirklich? Oder laufen wir all diesen Zukunfts-Vorstellungen nur aus Angst hinterher, weil wir sonst möglicherweise unseren Lebensstandard nicht mehr halten können, wenn andere Länder uns technologisch davon rasen? Doch was nützt uns ein Lebensstandard, in dem wir getrieben sind von der Angst vor möglichen Verlusten? Und was wollen wir unter „Lebensstandard“ eigentlich verstehen?

Zeugt es wirklich von hohem Lebensstandard, wenn wir uns in unserer Infrastruktur noch verletzbarer machen, als wir es bisher schon sind? Zeugt es von hohem Lebensstandard, wenn wir uns alle paar hundert Meter der Strahlung eines 5G Sendemastes aussetzen? Zeugt es von hohem Lebensstandard, wenn ethische Fragen über Leben und Tod von den Software-Herstellern selbstfahrender Autos entschieden werden? Was nützt uns ein Lebensstandard, der so verletzbar ist wie das Internet?

Verletzbarkeit durch Technologie in Kauf nehmen

Auf dem Bildschirm eines Laptops erscheint ein Hoodi hinter mysteriös anmutenden Computercodes

Jetzt, wo uns das winzig kleine Virus jeden Tag spüren lässt, wie verletzbar wir sind, jetzt ist eine richtig gute Zeit, auch mal über die Bedrohung durch Viren und Co. aus dem Internet nachzudenken: wie viel selbst verursachte Verletzbarkeit durch Technologie wollen wir in Zukunft in Kauf nehmen? Was verstehen wir unter einem hohen Lebensstandard? Wollen wir uns selbst wirklich so verletzbar machen wie das Internet?

Wir können uns weiter von dem treiben und dominieren lassen, was gemeinhin als technischer Fortschritt bezeichnet wird. Wir können unser Leben aber auch einfach mal wieder selbst in die Hand nehmen und in aller Breite diskutieren, wie wir wirklich leben wollen. Dazu gehört dann auch die Frage, wie viel Verletzbarkeit durch Technologie wir in Kauf nehmen wollen. Und bedeutet Fortschritt wirklich immer nur eine Weiterentwicklung auf technologischem Gebiet?

 

Weitergehende Informationen zu unserer Verletzbarkeit durch Technologie:

Cyber-Angriff auf den Bundestag:

https://www.sueddeutsche.de/politik/hack-bundestag-angriff-russland-1.4891668

Hacker-Angriffe auf selbstfahrende Autos:

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/autonomes-fahren/recht/autonomes-fahren-hacker-angriff/

Ethisch-moralische Entscheidung durch Software von selbstfahrenden Autos:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/unfaelle-mit-selbstfahrenden-autos-wer-soll-leben-wer-soll-sterben-a-1234901.html

Elektrosmog durch 5G

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/elektrosmog-europa-ignoriert-moegliches-krebsrisiko-von-5g/23855700.html

Handystrahlung durch 5G

https://www.quarks.de/gesundheit/handystrahlung-wie-gefaehrlich-ist-das-neue-mobilfunknetz-5g/

Kalter Krieg im Netz:

https://www.tagesschau.de/inland/spione-107.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Cyberkrieg

https://de.wikipedia.org/wiki/Cyberattacke

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